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Foto: Monika Gajdzik

Profis
Freitag, 18.09.2026 14:04 Uhr | Daniel Oenning

Endlich ersten Heimsieg einfahren- SC Wiedenbrück zu Gast

Der 1. FC Bocholt empfängt am neunten Spieltag der Regionalliga West den SC Wiedenbrück im praemium Park am Hünting (14 Uhr). Im fünften Heimspiel der laufenden Saison soll dann endlich der lang ersehnte, erste Dreier vor heimischer Kulisse eingefahren werden.

Dass der SC Wiedenbrück aktuell überhaupt noch in der Regionalliga West mitmischt, gleicht für den kleinen Club aus dem Jahnstadion wohl einem Wunder. Seit einigen Jahren schon gehören die Blau-Schwarzen zum Inventar der Liga und mit Ausnahme der Spielzeit 2019/20 bekommen die Zuschauer beim SCW seit 2010 die vierte Liga geboten.

Nach der letzten Saison gingen jedoch sportlich alle Lichter aus und der 16.Tabellenplatz bedeutete eigentlich den Gang in die Oberliga Westfalen. Eigentlich. Denn der Niedergang von Fortuna Düsseldorf in der zweiten Bundesliga war das große Glück für die Wiedenbrücker um Coach Dominik Sammer. Weil die Zweitvertretung der Fortuna mindestens zwei Ligen unter ihrer ersten Mannschaft spielen muss, war kein Platz mehr für die U23 in der Regionalliga West, weshalb der Zwangsabstieg in die Oberliga Niederrhein stand und der SCW somit die Klasse halten konnte. 

Hinter die abgelaufene Saison setzten alle Verantwortlichen in Wiedenbrück deshalb gerne einen Haken, denn schon vom Start weg hatte das Team um Ex-Coach Sascha Mölders mit Problemen zu kämpfen und fand sich durchgehend im unteren Tabellendrittel wieder. Im April erfolgte die einvernehmliche Trennung vom ehemaligen Bundesliga-Torjäger und Sammer, gemeinsam mit Mölders vom SV Mering gekommen, übernahm das Ruder im Jahnstadion als Tabellenletzter.

Zwar besserten sich die Resultate unter dem neuen Coach, dennoch gelang auch ihm nicht der Klassenerhalt. So steckten der sportliche Leiter Oliver Zech, Sammer und Co. die Köpfe zusammen um den Kader getreu dem Wiedenbrücker-Weg zu optimieren. Transfertechnisch greifen die Macher beim SCW dabei zumeist nicht ins obere Regal, sondern verpflichten Akteure die in Wiedenbrück mit der dazugehörigen Portion Vertrauen zu gestandenen Profis reifen können.

Mit Furkan Yilmaz, Jannis Seiler, Alessandro Toia (alle SC Verl II), Tom Krüger (Arminia Bielefeld II), Niklas Tuppeck (Hamburger SV II) sowie Leon Kayser (Preußen Münster II) hat der Club gleich sechs Akteure von Nachwuchsteams aus den ersten drei Ligen unter Vertrag genommen. Mit Samuele Carella (Viktoria Köln), Julius Bochmann (Chemnitzer FC) , sowie Max Zentler und Max Ritter (beide SF Lotte) wurden aber dennoch auch Spieler mit Erfahrung verpflichtet- gerade Carella schlug bislang gut ein und steuerte einen Treffer sowie zwei Assists bei.

27 Kaderbewegungen gab es bei den Wiedenbrückern, 14 Neuzugängen stehen dabei 13 Abgängen gegenüber. Einer von den Akteuren, die dem SCW nach der abgelaufenen Saison den Rücken gekehrt haben, ist Benjamin Friesen, der jetzt am Hünting kickt. Aus dem aktuellen Bocholter Kader streifte ebenfalls Stipe Batarilo-Cerdic das blau-schwarze Trikot über und war drei Jahre lang Stammspieler im Jahnstadion. Aus dem Kader der Gäste hat mit Defensivallrounder Maik Amedrick ein Akteur eine Bocholter Vergangenheit, er absolvierte 26 Partien für den FCB.

Die Bilanz zwischen beiden Clubs liest sich relativ ausgeglichen, denn aus acht Duellen ging dreimal der FCB als Sieger hervor, drei Partien endeten Remis und zweimal behielt der SCW die Oberhand. In der vergangenen Saison gingen beide Duelle (4:0,2:0) an den 1. FC Bocholt.

An den Hünting reisen die Wiedenbrücker als 15.der Tabelle, acht Punkte stehen nach acht absolvierten Partien auf der Habenseite, wovon sechs Zähler in den letzten beiden Spielen eingefahren wurden. Am letzten Wochenende sorgte Tom Krüger für Jubel im Jahnstadion, als er in der 53.Minute den 1:0-Siegtreffer über den SC Paderborn erzielen konnte, in der Woche zuvor stand ein 3:2-Erfolg beim SV Rödinghausen zu Buche. 

Pre-Match-PK: SC Wiedenbrück (H)

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Die Mini-Serie der Gäste aus Wiedenbrück ist natürlich auch Bocholts Chefcoach Guerino Capretti nicht entgangen, er erwartet deshalb eine schwere Aufgabe für seine Mannschaft. "Einfache Aufgaben gibt es in der Regionalliga sowieso nicht", sagt er und erklärt: "Wiedenbrück kommt mit Selbstvertrauen an den Hünting. Ich erwarte einen tief stehenden Gegner, der situativ versuchen wird, uns vorne zu attackieren. Sie sind nicht einfach auszurechnen, weil sie auch im System und der Formation hin- und her gewechselt haben."

Doch Capretti und sein Trainerteam konnten positive Aspekte aus dem 1:1-Remis bei der SG Wattenscheid 09 aus der Vorwoche ziehen, weshalb der erste Sieg vor heimischer Kulisse in der laufenden Saison nun endlich gelingen soll. Gerade im Defensivbereich soll an die Leistung angeknüpft werden. "Wir haben die Räume eng gemacht und wenig zugelassen. Nach dem Platzverweis hat man gesehen, dass die Mannschaft zusammengerückt ist und alles dafür getan hat, noch was mitzunehmen", hebt er hervor und verspricht, dass auch die Offensive wieder alle PS auf dem Rasen lassen wird : "Die Zuschauer mögen Tore, das ist Fußball und wer sich ein Spiel anschauen will, will auch Tore sehen. Das ist ein Spektakel, das ist cool. Wir arbeiten akribisch daran, uns auf dem Platz weiterzuentwickeln."

Dass dabei in naher Zukunft auch wieder Defensivallrounder Dominic Lanius mithelfen wird, bestätigt Capretti, verweist aber auf die lange Ausfallzeit von Lanius. "Dominic hat lange pausieren müssen, weshalb die Intensität noch ein wenig fehlt. Aber wir werden ihn aufbauen sodass er wieder zu alter Stärke findet."

Spielmacher Stipe Batarilo-Cerdic wird im Kader fehlen- er sah in Wattenscheid die gelb-rote Karte und ist demnach gesperrt.

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