1:3 - FCB mit Last-Minute-Niederlage in Oberhausen
Viel investiert und am Ende doch verloren hat der 1. FC Bocholt am 12. Spieltag der Regionalliga West beim Tabellenführer SC Rot-Weiß Oberhausen. Nach einem rassigen Fight mit Derby-Charakter im Stadion Niederrhein setzten sich die Gastgeber durch zwei späte Tore mit 3:1 (1:1) durch und feierten ihren achten Sieg in Serie. Für die Bocholter um Cheftrainer Guerino Capretti traf Dominik Lanius per Kopfball zum zwischenzeitlichen 1:1 (10.).
Nachdem Coach Capretti im Pokalspiel bei ETB SW Essen noch munter durchgetauscht hatte und fünf neue Akteure in die Startelf rotierte, begannen gegen RWO gegenüber der 3:4-Niederlage vor einer Woche gegen den FC Gütersloh mit Elano Yegen sowie Mika Walther lediglich zwei frische Spieler; sie ersetzten Ozan Hot und Gianluca Swajkowski, der zunächst von der Bank aus zusah. Für Hot kam ein Einsatz noch zu früh, er gehörte gegen seinen Ex-Club nicht zum Spieltagskader.
Auf dem Rasen zeigten die Kleeblätter vor 3725 Zuschauern früh, weshalb sie aktuell das Maß aller Dinge in der Liga sind, legten einen Power-Start hin und trafen bereits nach vier Minuten zur 1:0-Führung. Schon vom Anpfiff an erzeugte RWO über den rechten Flügel in Person von Nils Winter viel Druck und bereits nach einer Spielminute tauchte Arda Süne gefährlich vor dem Bocholter Gehäuse auf, Routinier Alexander Mühling durfte sich daraufhin mit zwei Eckbällen warmschießen. Drei Zeigerumdrehungen später stach dann RWO-Topscorer Timur Kesim mit seinem 11. Saisontor, indem er Keeper Paul Grave mit einem satten Abschluss im Strafraum keine Abwehrchance ließ (4.). Wer jetzt dachte, dass der FCB nach dem frühen Nackenschlag in Schockstarre verfällt, der hatte seine Rechnung ohne Dominik Lanius gemacht, denn Bocholts Innenverteidiger sorgte wenig später für Glücksgefühle unter den 450 mitgereisten Bocholter Fans. Per maßgenauem Eckball von Tim Krohn schön in Szene gesetzt, schraubte Lanius seine 1,97 m in die Höhe und köpfte zum 1:1-Ausgleich ein (10.).
Oberhausen drückte danach erneut aufs Gaspedal und wollte schnell wieder für klare Verhältnisse sorgen, Yassir Atty scheiterte jedoch am linken Pfosten (12.) und Kesim an Paul Grave (19.) – Süne verzog zudem vollkommen freistehend neben das Gehäuse (20.). Die Capretti-Elf spielte weiter mutig mit, hatte Zugriff in den Zweikämpfen und lieferte sich rassige Duelle mit den Oberhausenern; die gut organisierte Defensive der Gastgeber eröffnete aber wenig Raum für Lösungen. Stattdessen setzte auch RWO immer wieder Nadelstiche und so zwang Süne Paul Grave zu einer Glanztat, nachdem er Lanius und Yegen aussteigen ließ und das lange Eck anvisiert hatte (25.).
Die Schwatten spielten im Folgeverlauf der ersten Hälfte immer besser mit und ließen außer einem Außennetzschuss von Winter in der 28. Minute nicht mehr viel zu. Als der Regen einsetzte, das Flutlicht im Stadion Niederrhein ansprang, die Teams auf dem Rasen sich einen klasse Fight lieferten und beide Fankurven lautstarken Support boten, kam auch jeder Fußball-Romantiker voll auf seine Kosten. Chancentechnisch wurde es erst kurz vor dem Pausenpfiff von Schiedsrichter Lars Bramkamp wieder interessant: Malek Fakhro auf Bocholter Seite (42.) sowie Süne (43.) wurden bei ihren Versuchen im letzten Moment geblockt. Nachdem Mika Walther seinen Kopfball neben dem Tor platzierte, war Schluss nach einer unterhaltsamen ersten Halbzeit.
Der zweite Durchgang schloss sich dann, ganz zur Freude der 3725 Zuschauer, nahtlos dem ersten an und es entwickelte sich auf Anhieb wieder eine Partie mit viel Intensität. Fakhro setzte den ersten Abschluss neben das Tor (52.), während Alexander Mühling für RWO zu weit über die Latte zielte (55.). Wenig später stand dann Lennart Garlipp dreimal im Mittelpunkt und hätte zunächst fast per Slapstick-Tor das 2:1 erzielen können, als RWO-Keeper Nicolas Glaus ihn aus kurzer Distanz anschoss und das Leder wenige Zentimeter neben dem Pfosten ins Aus zischte (56.), sein Kopfball gerade noch von der Torlinie gekratzt wurde (60.) und sein Schuss aus 18 Metern ebenfalls das Ziel knapp verfehlte (65.).
Nach 70 Minuten reagierte Bocholts Coach zum ersten Mal und brachte Gianluca Swajkowski sowie Benjamin Friesen für Tim Krohn und Mika Walther in die Partie, die weiterhin auf hohem Niveau stattfand. Oberhausens Cheftrainer Sebastian Gunkel schickte nach 74 Minuten den viermaligen deutschen Nationalspieler Max Meyer aufs Feld und RWO entwickelte eine kürzere Druckphase, in der sämtliche Eckbälle sowie Flanken in den Bocholter Strafraum von der gut aufgelegten FCB-Defensive aber wegverteidigt wurden – gerade Lanius erwies sich am Samstagmittag als Turm in der Schlacht und gewann etliche Luftduelle.
Bis kurz vor Spielende schien auch alles auf ein leistungsgerechtes Remis hinauszulaufen, doch RWO packte nochmal die Brechstange aus und drehte die Partie in der Schlussphase komplett zu seinen Gunsten.
Nils Winter besorgte mit seinem Treffer aus dem Getümmel im Strafraum heraus die 2:1-Führung (89.), ehe Torjäger Kesim in der Nachspielzeit nach Assist von Meyer trocken das 3:1 draufsattelte. Unterm Strich versäumte es der 1. FC Bocholt, einen verdienten Punkt in Oberhausen über die Zeit zu bringen.
Rot-Weiß Oberhausen
1. Mannschaft
1. FC Bocholt
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